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Knabberzahn und der Osterhase

von © Anke Schiermeyer
Mitmachgeschichte für Kinder.

Beim erzählen werden den Kindern, verschiedene Gegenstände zum zeigen fühlen und riechen gegeben. Dies geschieht immer wenn in der Geschichte der * auftaucht.Die kursiven Stellen sind Fragen an die Kinder. Eine genaue Beschreibung hierzu findet ihr unter www.kindergeschichtenseite.de

Ein Knacken war zu hören, als sich der Osterhase seinen Weg durch den dichten Wald bahnte. Ganz eng musste er seine langen Ohren anlegen, um nicht an die Zweige der Bäume zu stoßen. "Puh, hier ist es aber dunkel", murmelte er. "Ich sehe ja die Pfote vor Augen nicht." Plötzlich stolperte er über einen Ast auf dem Boden. Der schwere Korb auf seinem Rücken kam ins Rutschen und bautz - er fiel hin. "Autsch! Das tut weh", jammerte er und hielt sich eine Pfote.

Die kleine Maus Knabberzahn schaute ganz in der Nähe aus ihrem Mauseloch, sie hatte alles gesehen. So schnell es mit ihren kurzen Beinen ging, lief sie zu ihm. "Ist dir etwas passiert?", fragte sie. Der Osterhase sah ganz traurig aus. "Ich habe mir die Pfote verstaucht", klagte er. "Jetzt kann ich nicht mehr zu den Osternestern hoppeln. Und schau, alle schönen Ostereier sind aus dem Korb gefallen und zerbrochen. Ich fürchte, in diesem Jahr werden die Kinder kein buntes Nest bekommen." Er ließ den Kopf hängen.

"Vielleicht kann ich dir helfen", schlug die Maus vor. "Ich bin stärker als ich aussehe." "Du kannst es gern versuchen", stimmte der Osterhase zu. "Zuerst musst du dich bemühen neue Eier zu bekommen. Das ist das Wichtigste." Knabberzahn freute sich sehr, dass sie so eine bedeutende Aufgabe erhalten hatte. Doch bevor sie sich auf den Weg machte, half sie noch, dem Hasen seine Pfote zu verbinden.

Danach trippelte sie energisch los. Doch halt! Wo musste Knabberzahn denn überhaupt hin, um neue Eier zu bekommen? (Im Supermarkt wird nicht an Mäuse verkauft.)

"Eier werden von Hennen gelegt", fiel Knabberzahn ein. "Also nichts wie los zum Hühnerstall." Dort angekommen musste die kleine Maus ganz laut rufen, um bei dem lauten Gegacker überhaupt gehört zu werden. Als Knabberzahn der Henne endlich erklärt hatte, dass sie in Vertretung für den Osterhasen von ihr Eier haben wollte, brach diese in lautes Kichern aus. "Eine Ostermaus! - Wo gibt es das denn? Du bist doch viel zu klein", gackerte sie. "Ich bin stärker als ich aussehe", Knabberzahn war gekränkt. "Schon gut, ich wollte dich nicht beleidigen", entschuldigte sich die Henne. Und sie gab der Maus einige Hühnereier.*

Erleichtert schlüpfte Knabberzahn aus dem Hühnerstall. Die Eier rollte sie vorsichtig vor sich her. Doch weil diese so groß waren, konnte die Maus überhaupt nicht sehen, wo sie hinlief. Und so kam es, wie es kommen musste. - Ein Ei rollte vor eine alte Dose, die im Gras lag, und mit einem knackenden Geräusch ging die Schale kaputt.* "Oh nein", die Maus war ganz ärgerlich. "Wieso liegt denn Müll in der Wiese?" Weißt du, wo die alte, leere Dose eigentlich hingeworfen werden müsste?

Es raschelte leise im Gras, und ein alter Igel näherte sich vorsichtig. "Darf ich das kaputte Ei haben?", fragte er. "Ich esse es gerne." "Na gut", meinte Knabberzahn. "Daraus lässt sich eh kein Osterei mehr machen, höchstens Rührei." "Was hat denn eine Maus mit Ostereiern zu tun?", erkundigte sich der Igel neugierig. Als Knabberzahn es ihm erklärt hatte, überlegte er eine Weile. "Weil du mir das kaputte Ei geschenkt hast, werde ich dir auch einen Gefallen tun", schlug er vor. "Ostereier müssen bunt sein, und ich weiß einen Ort, wo du deine restlichen Eier färben kannst." Knabberzahn war sofort einverstanden, und gemeinsam machten sie sich auf den Weg. Die alte Dose nahmen sie mit.

Schnell kamen sie zu einem besonderen Haufen hinten im Garten. Darauf lagen Zweige und Blätter, Essensreste und auch Obst- und Gemüseschalen. Was für ein Haufen war das wohl?

"Was soll ich hier am Komposthaufen?", fragte die Maus. Der Igel schmunzelte. "Mit Gemüseschalen, Zweigen und Blüten lassen sich Eier auch bunt färben", wusste der und zeigte es ihr. "Dafür kann man z.B. die Schalen von diesen braunen Dingern nehmen* , aber auch Rote Beete, Spinat oder Kamilleblüten." Gut, dass Knabberzahn die Dose gefunden hatte. Diese eignete sich hervorragend zum Einfärben, und schon bald hatten sie die bunten Ostereier fertig.

"Schön sehen die aus", hörten sie auf einmal eine Stimme sagen. Als Knabberzahn aufblickte, sah er ein Tier unter einer Hecke sitzen. Es sah fast aus wie ein Hase, war aber kleiner und hatte kürzere Ohren. Was kann das für ein Tier gewesen sein?

"Ich bin Flecki, das Stallkaninchen", stellte es sich vor. "Ich bin aus meinem Stall ausgebüxt, denn ich habe vom Unfall des Osterhasen gehört und möchte euch gerne helfen. Kommt mit mir mit." Alle gemeinsam liefen sie zum Kaninchenstall. Die Eier waren zu dritt viel einfacher zu transportieren.

Dort angekommen, begann Flecki in seinem Stall kräftig zu scharren. Knabberzahn und der Igel blickten sich fragend an. "Ihr braucht doch Heu oder Stroh für die Osternester", stolz zeigte Flecki mit seiner Pfote auf das zusammengeschobene Heu*. Knabberzahn bedankte sich, daran hatte sie überhaupt nicht gedacht.

"Wir haben alles", die Maus freute sich. "Jetzt können wir das Osternest für die Kinder bauen." Vorsichtig, um nicht gesehen zu werden, schlichen die Maus, der Igel und das Kaninchen zum nächsten Haus. Darin wohnten die Kinder Hanna und Lukas, die noch fest schliefen, denn es war früher Morgen. Gemeinsam bastelten sie aus dem Heu ein schönes Nest und legten die bunten Ostereier hinein. Flecki, das Kaninchen brachte noch eine hübsche Blume an, die es mit seinen scharfen Zähnen gepflückt hatte.*

Das Osternest war fertig. "Ist das schön geworden." Langsam und nur auf drei Pfoten kam der Osterhase angehoppelt. "Das hast du gut gemacht, Knabberzahn." "Allein hätte ich es nicht geschafft", gab die Maus zu. "Doch für uns alle zusammen war es gar nicht schwierig." Der Osterhase nickte, dann kramte er in seiner Tasche. "Seht, was ich noch heile in meinem Korb gefunden habe. Das legen wir auch noch ins Nest." *

Während sie noch da standen und das Nest bewunderten, hörten sie plötzlich Hanna und Lukas lachen. Sofort versteckten sich die vier unter dem nächstbesten Strauch. Waren sie etwa entdeckt worden? - Nein, zum Glück nicht. Ohne die Tiere zu bemerken, begannen die Kinder auf der Wiese zu suchen. "Das ist das Schönste an Ostern", hörten sie Hanna sagen. "Man weiß immer, dass sich das Suchen lohnt."