Brauchtum um die Osterzeit

Palmesel
Palmzweige als Hausschutz
Gründonnerstag
Maundy Thursday
Karfreitag
Karsamstag
Ostern
Eierlauf
Osterbrunnen
Osterfeuer
Ostereier
Osterlamm
Osterhase
Osterreiten
Osterwasser
Ostern in den Fünfzigern
Unterschied Katholisch - Evangelisch
Stellenwert von Ostern

 

zuletzt aktualisiert:
24.03.2013

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Gründonnerstag

Warum Gründonnerstag?

In der Bibel steht, dass man Jesus mit seinen Jüngern das Abendmahl feierte und danach in den Garten Gezehmaneh ging, um zu beten und zu weinen. Der Herr greinte - griente. Man nimmt an, dass man von diesem "grienen" auf Grün-Donnerstag kam.

Früher wurden an diesem Tag beim Gottesdienst grüne Meßgewänder getragen. Menschen, die aufgrund eines Vergehens aus der Kirche ausgeschlossen worden waren, wurden mit grünen Zweigen geschmückt und wieder zur Messe eingeladen.
Die Kräuter, die man am Gründonnerstag sammelte, galten als besonders heilkräftig.

In Deutschland, wie auch in Österreich und in der Schweiz, verzehrte man grüne Speisen.
Am ältesten ist wohl der Gründonnerstagskohl, der aus Nesseln und grünem Kohl gekocht wurde, wobei der Kohl je nach Jahresklima auch durch Brunnenkresse, Scharbockskraut, Hopfenkeime und anderes Grünzeug von Wiese und Garten ergänzt worden war.
Am bekanntesten: die Suppe aus siebenerlei oder neunerlei Grün.
Die Siebenkräutersuppe enthielt Lauch, Salat, Spinat, Petersilie, Schnittlauch, Sauerampfer und Löwenzahn.
Die Neunkräutersuppe enthielt z. B. Brunnenkresse, Lauch, Nesseln, Sauerklee, Wegwarte, Löwenzahn, Bibernelle, Bachbunge und Fetthenne. Oder auch: Schlüsselblume, Holundersprossen und Frauenmantel.
Grüne Speisen aus den verschiedenen Landschaften:
In Schwaben hat man die Laubfrösche oder Maulschellen gekocht, mit feingewiegtem Gemüse gefüllte Nudeln (sie sollten an die Ohrfeigen erinnern, die Christus von Kaiphas bekommen hat).
In Sachsen gab es Rübensalat, in Böhmen Spinatkrapfen, das sind Krapfen aus Kartoffelteig, die mit Kräutern und Spinat gefüllt waren. In Norddeutschland, vor allem in Hamburg, kochte man eine Kräutersuppe, in Hessen ein Gemüse aus neunerlei Grün, in Bern gab es Krautkuchen, in der Heide ein Krautbrot, im Schwarzwald wurden grüne Pfannkuchen mit grünem Schnittlauch gebacken, im Elsass Brennnesselküchlein.
Zauberspeisen gehören auch zu diesem Tag, die - mit dem steigenden Frühling - die Lebenskräfte erhöhen sollen. So muss man am Gründonnerstag vor allem Honig oder Honigbrötchen essen, die in Böhmen und in Sachsen auch Judasbrötchen genannt wurden, während man in Hamburg die Judasohren, ebenfalls eine Brötchenart, gebacken hat. Zumindest muss man bei Sonnenaufgang ein Stück Brot mit Honig bestrichen essen. Genauso heilsam sind aber auch ungesalzene Butter, Linsen oder Hirse, Äpfel und Brezeln, die an die Fesseln Christi erinnern. In bestimmten Gegenden Bayerns war es Brauch, am Gründonnerstag die letzte Milchsuppe zu essen: Von Karfreitag bis zum Gloria-Läuten am Karsamstag gab es dann nur Wassersuppe.
Aber nicht nur beim Essen wurde das Fasten strenger genommen. Raucher und Schnupfer haben in der gleichen Zeit die Zigarettenpäckchen und die Schnupftabaksdosen geschlossen gehalten, andere verzichten in der Karwoche auf Alkohol.
Grünes Säen: Knechtsarbeit ist in der Karwoche zwar verboten, auch Waschen und Backen, dafür bringt es Segen, wenn man an diesem Tag auf dem Acker und Feld arbeitet. So war es üblich, gerade am Gründonnerstag Blumen, Kohl und Kräuter zu säen oder zu pflanzen.