Brauchtum um die Osterzeit

Palmesel
Palmzweige als Hausschutz
Gründonnerstag
Maundy Thursday
Karfreitag
Karsamstag
Ostern
Eierlauf
Osterbrunnen
Osterfeuer
Ostereier
Osterlamm
Osterhase
Osterreiten
Osterwasser
Ostern in den Fünfzigern
Unterschied Katholisch - Evangelisch
Stellenwert von Ostern

 

zuletzt aktualisiert:
09.02.2016

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In der Oster-und Weihnachtsstadt konnten wir

Besucher begrüßen

Ostern in den Fünfzigern

von Christina Telker

Nach langem Winter und strengem Winter war die Freude am ersten Grün besonders groß. Die Nachkriegsjahre waren gerade überstanden, mit Lebensmitteln musste jedoch noch sehr hausgehalten werden. Immerhin gab es Alles nur auf Lebensmittelkarten (jedenfalls bei uns in der DDR). Zucker- und andere Marken waren so knapp berechnet, dass es gerade für das Notwendigste reichte. Um sich im HO Lebensmittel ohne Karten zu erwerben, dafür mangelte es an Geld . Und doch schaffte es meine Mutter jedes Jahr, ca. 14 Tage vor dem Fest mich mit einer besonderen Aufmerksamkeit zu erfreuen. Auf unserem Wohnzimmertisch stand dann plötzlich eine Glasschale mit Ostergras, in der Mitte saß ein kleiner Hase. Dieser Hase sorgte jeden Tag für eine kleine Überraschung. Entweder legte er ein Ei, oder eine andere österliche Süßigkeit. Ich entsinne mich da z.B. an Lämmchen aus Zuckerschaum. Sie waren niedlich anzusehen und schmeckten ganz toll. (Leider verlor sich dieses Zuckerschaumwerk dann in den Siebzigern auf dem Markt.) Kam dann das Osterfest, gingen die Kinder am frühen Morgen von Tür zu Tür mit Birkenreisig, das nannte man Osterstiepen. Nach einem kleinen Spruch, „stiepe, stiepe Osterei, gibst du mir kein Osterei, stiep ich dir den Rock entzwei“ bekamen die Kinder österliches Naschwerk oder ein buntes Ei ausgehändigt. Wer besonders fleißig im Stiepen war, hatten in kurzer Zeit seinen Korb gut gefüllt. In den Städten haben sich diese netten Osterbräuche verloren. Für mich ist es bis heute eine schöne Kindheitserinnerung geblieben.