Brauchtum um die Osterzeit

Palmesel
Palmzweige als Hausschutz
Gründonnerstag
Maundy Thursday
Karfreitag
Karsamstag
Ostern
Eierlauf
Osterbrunnen
Osterfeuer
Ostereier
Osterlamm
Osterhase
Osterreiten
Osterwasser
Ostern in den Fünfzigern
Unterschied Katholisch - Evangelisch
Stellenwert von Ostern

 

zuletzt aktualisiert:
24.03.2013

Empfehlen

In der Oster-und Weihnachtsstadt konnten wir

Besucher begrüßen

Der Osterhase

Er ist die umstrittenste »Person« dieses Festes.
Am Anfang war der Osterhase nicht alleine zuständig! Auch der Hahn brachte die Eier, in der Schweiz der Kukuck, in Westfalen der Fuchs, der Storch in Thüringen usw. Ich denke es waren noch mehr Tiere und Wesen am Werk! Man nimmt an, dass er zum Schluss das Rennen gewann, weil er unter allen Tieren der heimischen Wiesen und Wälder das fruchtbarste gewesen ist, also das beste Frühlingssymbol darstellt. Außerdem ist er das Tier der Liebesgöttin Aphrodite und der Begleiter der germanischen Erdgöttin Holda, der er auf ihren nächtlichen Umzügen mit Kerzen voranleuchtet.
Erst evang. Familien schließlich brachten den Osterhasen als Eierlieferanten ins Spiel.
Erste Belege für den Osterhasen aus dem Jahre 1678 sind von Georg Franck von Franckenau aus Heidelberg überliefert. Der Brauch soll im Elsaß, in der Pfalz und am Oberrhein entstanden sein.
Im 19. Jahrhundert konnte sich der Osterhase erst durchsetzen, seither versieht nur er seinen Job als Osterhase und bringt bunte Eier und noch so manches mehr.
In alten Aufzeichnungen aus Zürich ist der Osterhase als Eierbringer überliefert. Dabei wurden die Kinder von den Paten eingeladen, um mit ihnen den Osterhasen zu jagen, d. h. es wurden die im Garten versteckten Eier gesucht. Die bunten Eier wurden dabei dem Osterhasen zugeschrieben, weil er viel flinker ist und die Hennen weniger glaubhaft waren Damit geht dieser Brauch auf den Erklärungsnotstand der Erwachsenen gegenüber den Kindern zurück.

Auch die Niedlichkeit des Hasen, vor allem für Kinder lässt den Glauben an den Hasen immer wieder aufleben.
Den eierlegenden Hasen findet man in Deutschland um das 19. Jahrhundert. Er konnte bei der städtischen Bevölkerung schneller überzeugen, denn bei derLandbevölkerung bedurfte es aufgrund der besseren Kenntnisse über die Hasen mehr Überzeugungskraft,
Erst durch den Einfluss von bebilderten Oster-Büchern (mit Osterhasen) und durch die Schokoladen- und Spielzeugindustrie ist er allgemein populär geworden.

In Norddeutschland sagt man: Der Hase backt, wenn der Nebel wallt. Er backt Hasenbrot, und so hat man früher in der Mark das Geschenk genannt, das der Fortreisende denen gab, die daheim blieben. Im sogenannten Hasenei meinen manche Forscher das Sinnbild der Welt zu erkennen: Die Wölbung der Schale ist das Firmament, der Dotter die Erde, die im Wasser schwimmt. Andere Quellen lassen darauf schließen, dass der Hase auf einem Missverständnis beruht und eigentlich ein missglücktes Osterlamm ist: Schon im Mittelalter hat man zu Ostern ein Lamm aus Teig gebacken, doch besaßen nicht alle Bäcker das Geschick eines Bildhauers, sodass ihre sogenannten Lämmer wie Hasen ausgesehen und die mythologische Verbindung zum Hasen wohl verstärkt haben. Es mag auch sein, dass der Osterhase genau wie das Christkind und der Weihnachtsmann im reformatorischen Sinn die katholischen Vorstellungen hat verdrängen und die Kinder für sich einnehmen sollen. Auf jeden Fall hat früher in Bayern kein Osterlamm aus leichtem Hefe- oder Biskuitteig im Speisenkorb gehockt, sondern ein glänzend braunes Lamm aus Lebkuchenteig, das mit dem Schinken und dem Brot fürs Osterfrühstück gesegnet wurde.
Das älteste Zeugnis über die Ostereier stammt wohl aus Heidelberg, wo der Mediziner Georg Franck Ende des 17 Jahrhunderts schreibt: »In Südwestdeutschland, in unserer heimatlichen Pfalz, im Elsass wie auch in Westfalen heißen solche Ostereier die Haseneier. Man macht dabei einfältigeren Leuten und kleinen Kindern weis, diese Eier brüte der Osterhase aus und verstecke sie im Garten ins Gras, ins Gebüsch und so weiter, man will sie so von den Buben umso eifriger suchen lassen, zum erheiternden Gelächter der Älteren.«
Osterhasjagen hieß das Verstecken und das Suchen der Eier auch, was insgesamt keine sehr alte Sitte ist, sondern erst aus dem 17. Jahrhundert stammt.
Dem Has' läuten sagte man in Hessen, wenn das Eiersuchen beginnen sollte. Den tiefsten Grund im Verstecken sehen manche darin, dass solch wundersame Gegenstände wie Eier in ihrem Versteck aufgesucht werden müssen, weil sie wie alles das, was uns Heil bringt, nicht ohne Schwierigkeiten zu erwerben sind.

Eine andere etwas unkonventionelle Erklärung findest du in unseren Geschichten