Brauchtum um die OsterzeitPalmesel
In der Oster-und Weihnachtsstadt konnten wir |
Osterfeuer am OstersamstagDas Osterfest wird jedes Jahr nach dem Mondstand neu festgelegt. Es soll nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn stattfinden. Genau 40 Tage vorher ist Aschermittwoch und damit beginnt die Fastenzeit bis Ostern. Die Osterfeuer oder Judasfeuer werden am Samstagabend vor Ostern entfacht. Es wird hierzu alles zusammengetragen, was nicht mehr gebraucht wird, zum Beispiel alte Kirchenstühle, alte Meßgewänder, Holzabfälle und Kerzenreste. Ostermond und Judasfeuer Hildebrand hießen die Osterfeuer oder die Heiligen Brände in Hamburg schon vor 500 Jahren, und sie sollten Hexen und andere Unholde abwehren. In Schlesien wanderte das ganze Dorf in der Karsamstagnacht nach der Messe auf einen Hügel, lagerte sich dort ums Feuer und verbrachte die Nacht mit Essen und Trinken und Gesprächen, bis das Morgenrot den Sonnenaufgang ankündigte. Dann riefen alle: »Christ ist erstanden, Halleluja!« und wanderten heim. Die Asche von beiden Feuern, den kirchlichen und den heidnischen, galt als segensreich. Mancherorts schnitzte man aus den angesengten Holzscheiten Späne und verarbeitete sie zu Kreuzen, die im nächsten Jahr in die Palmbuschen gesteckt wurden, oder man steckte die Scheite in alle vier Ecken des Feldes oder streute die Asche aufs Feld. Goethes Faust ist es, der in poetischer Weise den Ausbruch des Frühlings und den Rückzug des Winters beschreibt. Und spätestens mit dieser Veröffentlichung hat Goethe festgeschrieben, was seit Jahrhunderten Tradition hat: der Spaziergang am Ostersonntag mit der ganzen Familie, damals noch vor den Toren der Stadt. Dazu wurden die Kinder herausgeputzt, die Herren trugen Anzüge, die Frauen waren von Kopf bis Fuß gut gekleidet: Hut und schicke Damenschuhe waren obligatorisch. Denn natürlich wollte man beim Osterspaziergang auch zeigen, was man hat und sich und seine Familie zur Schau stellen. Glücklicherweise hat sich das geändert. Die Kleiderordnung ist legerer geworden. Nicht selten sind die schicken Damenschuhe den bequemen Tretern gewichen. Die Kleidung tendiert mehr in Richtung Outdoor als in Richtung der Anzüge – und das ist auch gut so.
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